Was bedeutet Schaft-Flex und welcher passt zu mir?

April 16, 2025

Was bedeutet Schaftflex und wo liegt oftmals das Problem? Der wohl am meisten missverstandene Anhaltspunkt für die Härte von Golfschäften ist der sogenannte Flex. Dass Senior, Regular und Stiff frei gewählte Begriffe der Hersteller sind, wissen nur die Wenigsten. Es gibt allerdings einen Wert, auf den man sich verlassen kann. HIO Fitting klärt auf, was es beim Schaftflex zu beachten gilt.

Image showing an indoor fitting studio with a colorful golf club shaft display on the wall.

WELCHEN SCHAFTFLEX SOLLTE MAN SPIELEN?

Sinnvollerweise wird der „richtige“ Flex für jeden individuellen Golfer von der Schwunggeschwindigkeit, dem Ballflug und dem subjektiven Schwung-Gefühl abhängig gemacht. Jede Person bringt andere körperliche Voraussetzungen mit und schwingt demnach auch schneller oder langsamer. Bei fast jedem Fitter lässt sich mittels eines modernen Launchmonitors, beispielsweise von Trackman oder Foresight, die eigene Schwunggeschwindigkeit bestimmen und somit Aussagen über einen sinnvollen Schaft treffen lassen. Neben dem Flex gibt es viele weitere relevante Parameter, die ebenfalls geprüft werden sollten. Der korrekte Schaftflex, das Schaftgewicht und Schaftprofil tragen zu einem 100% zum Golfer passenden Schläger (hinsichtlich Kopf, Schaft und Griff) bei.

Vor kurzem wurde ein ganz besonderer Schaft, der Autoflex Schaft vorgestellt, mehr Infos zu der spannenden Produktstory findest du hier.

PROBLEME BEI DER NORMIERUNG DES FLEXES

Schwierig macht den Schaft-Kauf ohne Fitting, dass es keine Norm für die Buchstaben Klassifikation auf den Schäften gibt. Zwar halten sich fast alle Hersteller an die Angaben L, A/M, R, S, X auf dem Schaft, jedoch ist nicht festgelegt, wie hart oder weich der jeweilige Schaft für diese Klassifizierung genau sein muss. Somit ist es leider mehr als üblich, dass ein Schaft von Hersteller X mit z.B. R-Flex deutlich härter/weicher ist als ein Schaft von Hersteller Y. Selbst innerhalb eines Schaftherstellers gibt es Produktlinien, die bewusst härter oder weicher produziert werden, um zum Beispiel eine bestimmte Zielgruppe besonders anzusprechen.

Image of a frequency machine scaling a golf club driver in a workshop.

Wer es genau wissen will, sollte einen professionellen Fitter mit hauseigener Werkstatt aufsuchen – hier findet man meist eine sogenannte „Frequency Machine“, mit welcher die exakte Schwingung bzw. Härte bei jedem Schaft gemessen wird. Dies wird im Detail durch den CPM-Wert des Schaftes angegeben. Bei der Messung der Härte wird der Schaft mit einem normierten Gewicht unter Biegung gebracht und dann schwingen gelassen. Je stabiler der Schaft ist, desto geringer ist die Biegung und desto höher ist die Frequenz der Schwingung (Oszillation); je weicher, desto niedriger ist diese Frequenz. Unter vorher festgelegten Bedingungen lässst sich so der CPM-Wert eines jeden Schaftes messen. Je hochwertiger ein Schaft ist, desto geringer sind die Fehlertoleranzen. Dies betrifft sowohl den CPM-Wert, als auch Parameter wie Gewicht und Torque des Schaftes.

 

 

Bei HIO verwenden wir sogenannte After-Market Schäfte – Schäfte mit besonders feinen Fehlertoleranzen. Dies ist essentiell, um unseren Fitting-Prozess bestmöglich zu unterstützen. Die im Fitting erlangten Erkenntnisse zu passendem Gewicht, Flex, Torque etc. müssen natürlich im Schlägerbau umgesetzt werden, weshalb die feinen Fehlertoleranzen für unsere Werkstatt so wichtig sind. So lässt sich zum einen sicherstellen, dass z.B. innerhalb eines Eisensets alle Schäfte die gleichen Schaft-Parameter aufweisen und zum anderen, dass sie die richtige Steifigkeit für den Spieler oder Spielerin haben.

DER SCHAFT IM DETAIL

Um die Steifigkeit eines Schafts zu beurteilen, muss dieser in unterschiedliche Bereiche unterteilt werden. Die Steifigkeit ist nämlich nicht an jedem Punkt gleich. Manche Schafthersteller haben beispielsweise eine besonders weiche Tipping-Section“. Das bedeutet, dass das untere Ende des Schaftes überproportional weich ist, sich im Schwung mehr verbiegt und dadurch einen höheren Abflug des Balles ermöglicht. So hat jeder Schaft seine eigene Charakterstik und ist in unterschiedlichen Bereichen mal mehr und mal weniger stabil. Genau das versteht man unter dem sogenannten Schaftprofil. Das Schaftprofil zeigt auf, wie stabil der Schaft in unterschiedlichen Bereichen ist. An dieser Stelle kann man auch den Mythos „Kick-Point“ aufgreifen. Das Prinzip des Kickpoint hat sich im Golfermunde etabliert und suggeriert, dass es einen Punkt gibt, an dem der Schaft „kickt“. Dieser kann mal höher und mal niedriger sein. Dies ist nicht korrekt, lässt sich aber mit dem erklärten Sachverhalt des Schaftprofils gut spezifizieren.

 

Was ist der richtige Schaft für mich?

Aus unserer jahrelangen Fitting-Erfahrung lassen sich gewisse Muster in der Wahl des passenden Schaft-Flexes für unsere Kunden erkennen. So kommt eine normal gebaute Dame mittleren oder älteren Alters meist besonders gut mit einen L-Flex Schaft zurecht, sportliche Damen oder auch ältere Herren spielen oft am besten mit einem A-Flex, Herren mittleren Alters mit einer durchschnittlichen Schwunggeschwindigkeit mit einem R-Flex, sportliche Herren mit einem R- bis S-Flex und jüngere, sehr schnelle Spieler mit einem S- bis X-Flex. Hier können wir trotzdem in keinem Fall eine pauschale Empfehlung aussprechen, ohne den Schwung jedes Golfers in einem Fitting individuell analysiert zu haben – dafür ist die Wahl des richtigen Schafts viel zu komplex.

Image of a young club fitter explaining the components of a driver to a male and a female customer in front of a colorful shaft display.

Unser Fazit

Die Suche nach dem richtigen Schaft kann überwältigend sein, schließlich muss hier auf zahlreiche verschiedene Parameter geachtet werden, um sicherzustellen, dass der Schaft den Spieler auch wirklich in seinem Schwung unterstützt und nicht behindert. Vor diesem Hintergrund ist der Besuch eines Fitting-Studios für jeden Golfer zu empfehlen, der sicherstellen möchte, dass er auch mit wirklich passendem Equipment auf die Runde geht. 

Fitting funktioniert

Selbst der beste Schläger kann sein volles Potential nicht erreichen, wenn er nicht präzise auf dich abgestimmt ist. Jeder Schwung ist anders, also sollte es auch die Konfiguration und Kombination aus Griff, Schaft, Kopf und Ball sein. In einer Fitting-Analyse können verschiedenste Modelle von Marken wie TaylorMade, Titleist, PXG, Cobra, Helix und vielen anderen Top-Anbietern getestet und angepasst werden. Durch die riesige Auswahl an Schäften und die maximale Expertise der Fitter stellen wir sicher, dass der maßgefertigte Schläger perfekt zu dir und deinem Schwung passt. Sehr gerne begrüßen wir dich bei HIO Fitting. Bei Interesse kannst du dich hier informieren und einen Termin vereinbaren.

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel gefällt. Wenn du noch Rückfragen oder Anregungen hast, kontaktiere uns gerne unter info@hio-fitting.de.
 
 
 
 
 
 
Image of a young golf club fitter showing a hybrid club to a young customer.

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