PXG 0311 GEN8 Eisen im Test: das verstellbarste am Markt?

Kurz gesagt: ja, mit einer Einschränkung. Die PXG 0311 GEN8 lässt sich über zwei Gewichte an Hacke und Spitze genauer anpassen als jedes andere aktuelle Eisen – aber das erste verstellbare Eisen ist sie nicht. Warum sie im Fitting trotzdem ein echter Fortschritt ist, erkläre ich dir in diesem Test.

2013 gründete der golfende IT-Milliardär Bob Parsons mit PXG seine eigene US-Golf-Brand. In verhältnismäßig kurzer Zeit hat der Equipment-Hersteller aus Scottsdale, Arizona, die Golfprodukt-Welt revolutioniert. Die Marke findest du in unserer Übersicht zu PXG bei HIO Fitting.

Seit Januar 2026 haben wir die achte Generation der 0311 Eisen bei uns im Fitting-Portfolio– PXG hat sie Mitte Januar 2026 auf den Markt gebracht. Der erste Blick geht bei diesem Eisen nicht zur Schlagfläche, sondern zum Schraubenschlüssel. Denn PXG hat die Gewichtsschraube, die seit der vierten Generation mittig im Kopf saß, durch gleich zwei ersetzt – eine ganz außen an der Hacke, eine ganz außen an der Spitze. Das klingt nach einer Kleinigkeit aber ist in Wahrheit eine Besonderheit, die die PXG Gen8 Eisen grundsätzlich von ähnlichen Eisen unterscheiden.

Was ist neu an den Gewichten der PXG 0311 GEN8?

Neu ist, dass PXG das mittig platzierte Gewicht durch zwei außenliegende ersetzt – je 2 bis 12 Gramm an Hacke und Spitze. Damit wandern rund elf Gramm Masse aus der Kopfmitte in den Rahmen (MyGolfSpy).

Von der vierten bis zur siebten Generation enthielt der 0311-Kopf ein einzelnes Gewicht, mittig hinter der Schlagfläche. Damit ließ sich das Gesamtgewicht beeinflussen und der Schwerpunkt in der Höhe verschieben – mehr nicht. GEN8 ersetzt dieses eine Gewicht nun durch zwei, beide so weit außen liegend wie technisch möglich. 

Nun die Frage: Warum das Ganze? Masse weit außen erhöht das Trägheitsmoment. Der MOI (Trägheitsmoment) bezeichnet den Widerstand des Kopfes gegen das Verdrehen bei einem Treffer außerhalb der Mitte (=des Sweetspots) – je höher der MOI, desto weniger Länge und Richtung kostet ein Fehltreffer.

Der MOI-Zuwachs gegenüber GEN7 ist bemerkenswert: 17 Prozent beim kompakten T, 6 Prozent beim XP, 4 Prozent beim P Eisen (MyGolfSpy). Ausgerechnet das Tour-Modell legt bei Fehlerverzeihbarkeit am stärksten zu – schlicht, weil bei einem kleinen Kopf jedes Gramm, das nach außen wandert, prozentual mehr bewirkt als bei einem ohnehin breiteren Eisen-Kopf. In Sachen Streuung ermittelt PXG in Robotertests Verbesserungen von rund 38 Prozent beim T sowie etwa 33 und 32 Prozent bei XP und P.

Der zweite Effekt ist der interessantere und wird in den Data Sheets kaum erwähnt: Weil sich Hacke und Spitze unterschiedlich schwer bauen lassen, verschiebt sich der Schwerpunkt auch seitlich. Mehr Masse an der Hacke unterstützt das schnellere Schließen des Schlägerblattes und damit eine Draw-Tendenz, mehr Masse an der Spitze wirkt hingegen in die Gegenrichtung. Die Eisen bekommen damit etwas, das bisher dem Driver vorbehalten war – eine einstellbare Richtungstendenz.

Was bringen die verstellbaren Gewichte im Fitting?

Im Fitting bekomme ich mit den Gewichten so eine Möglichkeit, die Richtungstendenz eines Eisens verändern lässt, ohne Loft, Lie oder Schaft zu verändern. Genau das war bisher nicht möglich.

Wenn bei mir jemand mit einer wiederkehrenden Tendenz auf der Matte steht – zum Beispiel Bälle, die konstant links starten, oder eine Streuung, die breiter ist als sie sein müsste – hatte ich bisher drei Angriffspunkte: Lie-Winkel, Schaft und Griffstärke. Veränderungen hier kommen aber mit Nebenwirkungen. Ein veränderter Lie-Winkel verändert auch den Bodenkontakt der Sohle ein. Ein anderer Schaft verändert Launch Angle und Spin gleich mit. Eine dickere Griffstärke beeinflusst auch, wie aktiv die Hände arbeiten.

Eine Anpassung der Gewichte an Hacke und Spitze sind quasi nebenwirkungsfrei. Das Gesamtgewicht bleibt konstant, wenn ich die Masse nur verschiebe. Loft, Lie, Länge und Schaft bleiben unverändert, Höhe und Spin damit ebenfalls. Ich verändere so ausschließlich die Richtung des Ballflugs und die Fehlertoleranz des Schlägers.

Praktisch heißt das: Ich kann am Ende eines Fittings etwas tun, das vorher nicht ging – dieselbe Konfiguration zweimal schlagen lassen, nur mit getauschten Gewichten, und den genauen Unterschied auf dem Launch Monitor analysieren. So entscheiden wir nicht nach Gefühl, sondern auf der Grundlage von zwei Streubildern nebeneinander. Das ist der eigentliche Fortschritt an GEN8, der sich aber primär in professionellen Fittings zeigt.

Ein zweiter Punkt, der in der Praxis zählt: Die Einstellung ist reversibel. Wer sich in einem Jahr technisch verändert – und das tun die meisten, die regelmäßig Unterricht nehmen – muss kein neues Set kaufen. Die Gewichte werden einfach nur ausgewechselt. Dass Technik allein ein Problem oft nicht dauerhaft löst und das Equipment mitentscheidet, sehe ich in fast jedem Termin; wir haben das im Beitrag Technik-Training vs. Equipment-Anpassung ausführlich beschrieben.

Welches PXG 0311 GEN8 Modell passt zu dir? (T, P und XP im Vergleich)

Die Kopfform entscheidet zuerst: T für Spieler, die den Ball bewusst kontrollieren wollen, P für die große Mehrheit, die das Mittel aus Kontrolle und Spielbarkeit suchen, XP für alle, die maximale Höhe, Länge und Fehlerverzeihung wollen. Neu ist, dass sich die drei Modelle zusätzlich darin unterscheiden, wie viel Masse überhaupt zum Umverteilen zur Verfügung steht.

Modell Für wen Wolfram (ca.) Loft 7er MOI ggü. GEN7*
0311 T Tour-Modell, kompakt, max. Kontrolle 20 g 32° +17 %
0311 P Mid-Handicapper auf der Suche nach Kontrolle & Spielbarkeit 25 g 30° +4 %
0311 XP Max. Höhe, Länge & Fehler-Verzeihung 15 g 27° +6 %

PXG gibt den Wolframanteil mit rund 25 Gramm beim P, 20 Gramm beim T und 15 Gramm beim XP an. Das 0311 T (Tour) ist der kompakteste Kopf mit dem geringsten Offset, vom 3er bis zum Gap Wedge – für Spieler, die den Ball für sich arbeiten lassen wollen. Hier fällt der MOI-Zuwachs am größten aus, weil beim kleinen Kopf jedes Extra-Gramm am meisten bewirkt.

0311 P (Player) ist der mittlere Kopf, 4er bis Gap Wedge, mit den Lofts 20,5° im 4er, 23° im 5er, 26° im 6er, 30° im 7er, 34° im 8er, 39° im 9er, 44° im Pitching und 49° im Gap Wedge. Das Modell hat den höchsten Wolframanteil und damit den größten Spielraum bei der Gewichtsanpassung – und bleibt die Variante, die in unseren Fittings zu den meisten Spielern passt.

0311 XP (Xtreme Performance) ist der größte Kopf, vom 4er bis zum Sand- und Lob Wedge. Die Lofts sind deutlich stärker (18° im 4er, 27° im 7er, 36° im 9er). Das bedeutet mehr Länge, verlangt dafür aber eine saubere Abstimmung des Sets nach unten – sonst reißt zwischen Eisen und Wedges eine Lücke auf. Wie du sie schließt, steht in unserem Beitrag zum Eisen-Gapping.

Welche Technologie steckt in der PXG 0311 GEN8? (QuantumCOR und Deep Core Recoil)

Die extrem dünne HT1770-Maraging-Steel-Schlagfläche erzeugt hohe Ballgeschwindigkeiten, während das QuantumCOR Polymer im Inneren Vibrationen dämpft und gleichzeitig Energie effizient in den Ball überträgt. Durch die Deep Core Recoil Zone kann die Schlagfläche stärker arbeiten, was Launch und Gefühl verbessert. Die Tungsten Toe Weighting erhöht das MOI, sodass auch kleinere Misses erstaunlich stabil bleiben.

Das QuantumCOR Polymer stützt aber nicht nur die Schlagfläche, sondern sorgt auch für ein besonders angenehmes Schlaggefühl, was bei hohlen Eisenköpfen nicht selbstverständlichist. 

Setzt PXG damit den Maßstab – oder ist es ein Einzelfall?

Ehrliche Antwort: Die Richtung ist wegweisend, aber PXG ist nicht die erste Marke, die auf Gewichtsanpassung in den Eisen setzt.

Edel brachte 2022 die SMS-Eisen mit drei Gewichtsschrauben auf der Rückseite heraus – zwei Schrauben zu je 2 Gramm und eine zu 8 Gramm, die sich untereinander tauschen ließen (MyGolfSpy). Trotzdem erkennen wir einen großen Unterschied zu den Gen8 Eisen von heute: Edel zielte eher auf die Schwungeffizienz und arbeitete mit einer Handvoll fester Gewichts-Kombinationen. PXG legt die Gewichte bewusst an die beiden äußersten Punkte und staffelt sie von 2 bis 12 Gramm. Das erlaubt eine echte Feinabstimmung. Das verstellbarste Eisen am Markt ist GEN8 also mit einiger Berechtigung, auch wenn es nicht das erste verstellbare ist.

Meine Einschätzung: Diese Entwicklung ist wichtig überfällig. Beim Driver haben wir diese Entwicklung schon vor zehn Jahren beobachtet und niemand würde heute einen Driver ohne jede Verstellmöglichkeit empfehlen. Dass Eisen so lange davon ausgenommen waren, lag nicht an der Physik, sondern daran, dass acht Köpfe im Set acht Mal Aufwand bedeuten. Genau den betreibt PXG jetzt.

Unser Gen8 Test: das komplette Review auf Youtube

Wie sich die 0311 GEN8 in der Praxis schlägt, haben wir selbst getestet – den kompletten Test siehst du in unserem YouTube-Review zur PXG 0311 GEN8. Dort testen wir die drei Modelle im Studio und zeigen, wie sich T, P und XP im direkten Vergleich verhalten und was die Gewichtsverteilung im echten Schlag ausmacht.

Lohnt sich der Umstieg auf GEN8?

Ob sich der Umstieg lohnt, hängt weniger davon ab, was du heute spielst, als davon, ob du einen konkreten Grund zum Wechseln hast. Den gibt es vor allem dann, wenn dein aktuelles Set einen wiederkehrenden Fehlschlag o.ä. nicht in den Griff bekommt oder schlicht nicht mehr zu deinem heutigen Spiel passt. 

Egal, ob du von einer älteren PXG-Generation, einer anderen Marke oder einem in die Jahre gekommenen Set kommst: Ein gut angepasstes Set schlägt ein neues, das nicht passt. Ein neues Modell allein macht dich nicht konstanter; der Gewinn entsteht erst, wenn das Eisen zu deinem Schwung passt.

Spielst du ein kompaktes Tour-Modell und zahlst bei Fehltreffern dafür, ist der Fall klarer. Der MOI-Zuwachs fällt beim T  mit Abstand am deutlichsten aus, und Fehltreffer sind genau die Schwachstelle kleiner Köpfe. Wer die Optik eines Tour-Modells will, aber unter Druck dafür bezahlt, bekommt hier zum ersten Mal beides ohne großen Kompromiss.

Kommst du von einem deutlich älteren Set, einem Cavity-Back oder einer anderen Marke, ändert GEN8 nichts an der Grundregel: Die Kopfform entscheidet, nicht die Marke. Der Weg führt über den Vergleich mehrerer Hersteller und verschiedener Modelle. Wie ein Set sinnvoll zusammenwächst, haben wir im Beitrag zur Zusammenstellung im Bag beschrieben.

Unser HIO Experten-Fazit: PXG 0311 GEN8 Eisen

GEN8 ist eine Weiterentwicklung der Vorgänger in Sachen Schlagfläche, Polymer und Schmiedeverfahren. Der Unterschied liegt vor allem in zwei Schrauben – und der ist größer, als er aussieht. Zum ersten  Mal können wir im Fitting auf Richtungstendenzen reagieren, ohne Schaft, Loft oder Lie oder den Griff anzupassen. Das Beste: jede Gewichtsanpassung kann beliebig oft an Schwungveränderungen o.ä. angepasst werden. So bleibt einem ein Gen8 Eisensatz über Jahre erhalten, ohne ersetzt werden zu  müssen.

Aber wichtig ist: Ein neues Modell allein macht dein Spiel nicht konstanter. Vieles lässt sich über Technik verbessern, aber wie schnell und langfristig die Verbesserung ist, entscheidet oft das Equipment mit. Das beste Eisen am Markt bringt dir nichts, wenn Länge, Lie-Winkel, Schaft und die Gewichtsverteilung nicht zu deinem Schwung passen. Genau das ist der Grund, warum die zwei Gewichts-Schrauben der Gen8 erst im Fitting zum Vorteil werden.

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Fitting funktioniert – dein nächster Schritt

 

Selbst der beste Schläger kann sein volles Potential nicht erreichen, wenn er nicht präzise auf dich abgestimmt ist. Jeder Schwung ist anders, also sollte es auch die Konfiguration und Kombination aus Griff, Schaft, Kopf und Ball sein. In einer Fitting-Analyse können verschiedenste Modelle von Marken wie TaylorMade, Callaway, PXG, Cobra, Helix und vielen anderen Top-Anbietern getestet und angepasst werden. Durch die riesige Auswahl an Schäften und die maximale Expertise der Fitter stellen wir sicher, dass der maßgefertigte Schläger perfekt zu dir und deinem Schwung passt. Sehr gerne begrüßen wir dich bei HIO Fitting. Bei Interesse kannst du dich hier informieren und einen Termin vereinbaren.

Neugierig geworden? Dann buche jetzt dein Fitting – wir freuen uns darauf, dich bei HIO Fitting zu begrüßen. Bei Fragen erreichst du uns unter info@hio-fitting.de.

Häufige Fragen zu den PXG 0311 GEN8 Eisen

Was ist das Besondere an den PXG 0311 GEN8 Eisen?

Das Besondere sind zwei verstellbare Gewichte an Hacke und Spitze, je 2 bis 12 Gramm in Ein-Gramm-Schritten. Damit lässt sich zum ersten Mal die Richtungstendenz eines Eisens im Fitting einstellen, ohne Loft, Lie oder Schaft zu verändern. Frühere Generationen hatten nur ein einzelnes, mittiges Gewicht.

Sind die PXG 0311 GEN8 wirklich das verstellbarste Eisen auf dem Markt?

In der Feinheit der Verstellung ja, aber nicht als Erste. Edel bot schon 2022 mit den SMS-Eisen drei verstellbare Gewichtsports. PXG staffelt die Masse jedoch feiner (2 bis 12 Gramm in Ein-Gramm-Schritten) und legt sie konsequent an die beiden Außenpositionen. Das ergibt eine echte Feinabstimmung statt weniger fester Kombinationen.

Welches PXG 0311 GEN8 Modell ist das richtige für mich?

Die Kopfform entscheidet zuerst: Das T ist der kompakte Tourenschläger für Spieler, die den Ball formen. Das P ist der ausgewogene Allrounder für die große Mehrheit. Das XP bietet die stärksten Lofts und die höchste Verzeihung für alle, denen Höhe und Länge schwerfallen. Welches Modell im Detail passt, zeigt erst ein Fitting mit deinen eigenen Daten.

Lohnt sich der Umstieg von einer älteren PXG-Generation auf GEN8?

Ein Umstieg lohnt vor allem bei einem wiederkehrenden Richtungs- oder Streuungsmuster, das sich mit Lie und Schaft nicht einfangen ließ, sowie beim kompakten T-Modell mit dem größten MOI-Zuwachs. Spielst du ein gut angepasstes GEN5- oder GEN6-Set ohne solche Probleme, ist reine Mehrlänge kein zwingender Grund.

Wo kann ich die PXG 0311 GEN8 testen und fitten lassen?

Bei HIO Fitting an unseren Standorten in München, Hamburg und der Schweiz. Am besten bringst du deine aktuellen Eisen mit, damit wir sie direkt gegen die GEN8 messen können. Einen Termin vereinbarst du über Fitting buchen.

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